Abends immer das gleiche Theater?

Warum wacht mein Kind so häufig auf? Und warum schläft es noch nicht durch? Mehr dazu erfährst du hier!

Während des Schlafs kreisen wir alle, ob groß oder klein, durch die unterschiedlichen Stadien des Schlafes, vom Dämmerzustand über den leichten Schlaf, hinüber in die Traumphase und von dort in den tiefen Schlaf usw. Das Aufwachen in der Nacht ist somit für uns alle - auch für Kinder - ein ganz normaler Teil dieses Zyklus - Niemand schläft durch!

Die folgende Grafik zeigt wie wir schlafen. In der ersten Nachthälfte haben wir mehr Tiefschlafphasen als in der zweiten Nachthälfte - hier schlafen wir nicht mehr so tief.
Schlafzyklus
 

Quelle: https://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/schlaf-ohne-erholung-1.18366083

 

Bei Babys dauert ein Schlafzyklus ca 50Minuten. Wenn Neueborene einschlafen, sind sie zuerst im einem sehr störungsanfälligen Träum-Schlaf (REM-Schlaf), bevor sie nach ca. 20 Minuten in den Tiefschlaf rutschen. Da kann man sie auch ablegen, oder sich weg schleichen. Aber Achtung, Kinder haben sehr sensible Sensoren und reagieren sofort, wenn die Bindungsperson weg ist oder ihre Lage verändert wird. Das wurde von der Natur so eingerichtet, damit die Zwerge nicht alleine gelassen wurden und so auch nicht von wilden Tieren gefressen werden konnten.

 Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster nennt den Träum-Schlaf auch Entwicklungsschlaf, da das Träumen wichtig für die Entwicklung ist. Die Kinder bewegen sich, zucken mit den Muskeln, geben Geräusche von sich, wirken aktiv. Hier verarbeiten und verknüpfen sie das am Tag gesehene und gelernte in ihrem Gehirn.
 
In der ersten Nachthälfte schlafen unsere Kinder meist ruhiger und mit weniger Unterbrechungen. Die Tiefschlaf-Phasen überwiegen und es wird weniger geträumt. Wenn sie zwischen den einzelnen Schlafzyklen wach werden, haben sie Hunger, Durst, müssen aufs Klo, brauchen Körperkontakt und Nähe oder einfach die Rückversicherung, das jemand da ist und sie nicht alleine sind.
Nach Mitternacht beginnt die zweite Nachthälfte. Die Kinder träumen in dieser Zeit sehr viel, der Schlaf ist leichter, sie werden hier häufiger wach, stillen öfter und brauchen vermehrt ganz viel Körperkontakt und Nähe.
 
Durchschlafen bedeutet, dass das Kind die Fähigkeit hat ohne Unterstützung der Eltern mehrere Schlafzyklen miteinander zu verbinden.
 
Um die einzelnen Schlafzyklen zu verbinden, brauchen Kinder lange Zeit die Unterstützung von uns Eltern. Diese Fähigkeit entwickelt sich erst mit der Zeit. Die Annäherung an das Durchschlafen ist ein Entwicklungs- und Reifeprozess. Kinder benötigen dafür unter anderem Sicherheit, den Schlaf bedeutet Trennung. Dies lässt aber nicht automatisch den Umkehrschluss zu, dass Kinder, die nicht durchschlafen, diese Sicherheit nicht haben und den Kindern etwas fehlt, oder Eltern etwas "falsch" machen.
 
Man kann mit der Fähigkeit des Kindes, Schlafzyklen miteinander ohne Unterstützung der Eltern zu verbinden, etwa ab dem dritten/vierten Geburtstag rechnen. Dies ist aber ein Erfahrungswert. Auch Erwachsene schlafen nicht durch, wir können uns nur häufig nicht an unsere kurzen Wachphasen erinnern.
Turbulente Tage wie auch Nächte gehören zum Größer werden dazu. Aber so wie es für den Erziehungsalltag tagsüber Tricks und Tipps gibt, gibt es auch rund ums Schlafen Tipps und Tricks, die den 24h Alltag erleichtern können.
 
Kinder müssen nicht schlafen lernen, das können sie schon im Bauch der Mutter. Schlafen bedeutet entspannt sein. Diese Entspannung lernen die Kinder von uns Eltern. Sind die Eltern entspannt, ist es auch das Kind.
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