18Monats Schlafregression

„Ich will nicht schlafen“ – In vielen Familien wird das Schlafen rund um das 18.Lebensmonat wieder herausfordernder - dein Kind startet in die Autonomiephase - Hier mehr Infos zur 18Monats Schlafregression. 
 
18monats Schlafregression
 
Mit dem Start in die Autonomiephase verändert sich meist auch der Schlaf
  • bei manchen dauert das Einschlafen ewig, manchmal begleitet von Schreien und Weinen
  • manche Kinder wachen wieder häufiger auf und es fällt manchmal schwer wieder weiterzuschlafen – und sind somit nachts länger wach.
  • manche brauchen wieder mehr Begleitung beim Einschlafen und Mama, Papa und Co. können sich beim Einschlafen (manchmal auch nachts) keinen Zentimeter wegbewegen.

 

Was steckt hinter der Schlafregression?

 

 Schlafregression beschreibt eine Phase, in der Babys und Kleinkinder plötzlich - ohne erkennbaren Grund - schlechter schlafen als zuvor. Für uns Eltern fühlt sich das wie ein Rückschritt (Regression) in der Schlafentwicklung an - jedoch steckt dahinter Entwicklung. Dein Baby oder Kleinkind wacht plötzlich (wieder) häufiger auf, braucht länger zum Einschlafen oder kommt nur schwer zu Ruhe. Im Baby- und Kleinkindalter gibt es einige Phasen in denen es zu einer Schlafregression kommt: rund um den 4. Lebensmonat, den 8. Lebensmonat und den 18. Lebensmonat.

Diese „Phase“ (Spoiler: ist leider nur eine von vielen) in der Tag- und Nachtschlaf herausfordernder sind dauert meist 2-6 Wochen und ist vollkommen normal. Hintergründe für Veränderungen des Schlafs sind Wachstum und auch große Entwicklungsschritte, die zu meistern sind. Diese großen Entwicklungsveränderungen fordern Baby und Kleinkinder und es wirkt plötzlich "alles durcheinander". Was eine Zeitlang gut funktioniert hat, klappt plötzlich nicht mehr. Rituale die gut eingespielt waren funktionieren nicht mehr....... Durch die großen Entwicklungsschritte die in dieser Zeit passieren, geht diese Phase nicht wirklich vorüber, da dein Kind plötzlich soviel Neues kann und versteht, ist diese Phase eine Art Neubeginn und es braucht bis sich alle wieder miteinander finden und verstehen lernen - neue Rituale, neuer Rhythmus, neues Miteinander. 

Für uns Eltern sind diese Phasen teilweise sehr herausfordernd, anstrengend und sprengen unsere Ressourcen. Eltern kriegen in der Zeit meist nur sehr wenig Schlaf – sind selbst übermüdet und vielleicht auch überreizt. Die gute Nachricht: Meist beruhigt sich alles wieder und viele finden zu den gewohnten Ritualen zur Ruhe. Durch die großen Entwicklungsschritte in dieser Zeit, bietet sich auch die Möglichkeit neue Rituale zu etablieren. Manchmal schleichen sich aber durch die herausfordernde Situation auch ungewollte - herausfordernde - Rituale ein. 

 

Die 18Monats Schlafregression
Rund um das 18.Lebensmonat macht dein Kind einen riesengroßen Entwicklungsschritt. Dein Kind entdeckt sein „ICH“ – startet in die Autonomiephase. „ICH will!“ - „Selber“ – „Jetzt“ - "Nein" - Dein Kind beginnt sich als eigenständiges Individuum wahrzunehmen – diese veränderte Wahrnehmung ist ganz schön herausfordernd – sie sehen die Welt plötzlich mit ganz anderen Augen.
 
****Nennt sich dein Kind schon selbst beim Namen – oder einem Kürzel/Wort das nur ihr versteht?***** Dann ist es Mitten in diesem Entwicklungsschritt – herzlich Willkommen in der durchaus durchwachsenen herausfordernden Autonomiephase.
 
In der Autonomiephase findet sich dein Kind oft im Zweispalt:
- „Ich will selbst – schaff es aber (noch) nicht!“
- „Ich will – kann/darf aber (noch) nicht!“
- „Ich will alleine .... Und ständig will mir jemand helfen!“
- „Ich bin schon groß ... und manchmal noch ganz klein!“
- „Ich will mehr ... und oft ist es mir dann zu viel!“
- „Ich will das und das und das und das ..... und dann doch nicht!“
- „Ich will mitbestimmen – und kann mich doch nicht entscheiden!“
- „Ich würd gern, trau mich aber nicht!“
- "Ich bin so müde .....  ich will aber nicht schlafen - ich könnte etwas versäumen - ich KANN nicht einschlafen!"
Einige dieser Sätze kommen dir sicher bekannt vor 😊
 
Oft werden Kinder in der Autonomiephase von ihren Gefühlen überflutet – Wut, Ärger, aber auch Angst. Gleichzeitig sind sie wenig geduldig, wirbeln durch die Gegend, können sich nur schwer alleine oder länger mit etwas beschäftigen, sind im wahrsten Sinne „aus ihrem Gleichgewicht". In dieser Phase geraten Kinder auch oft in Konflikte mit uns, aber auch mit sich selbst, stoßen an unsere Grenzen, aber auch an die eigenen – sehr oft ganz schön frustrierend (für alle) ...... und dann explodiert der Vulkan - Wutzwerg, Trotzanfall, Wutanfall …… meist steckt dahinter Überforderung:
- Überfordert mit dem viel zu viel Gefühl
- Überfordert damit, schon so groß zu sein/zu sein müssen
- Überfordert damit, nicht so zu können, wie sie wollen
- Müde sein und aus dem Gleichgewicht zu sein
Einfach alles zu viel!!
 
.....Und das (Ein)Schlafen wird zur Herausforderung. Herausfordernd weil Kinder mitbestimmen möchten („Noch ein Buch“), weil sich gerade der Schlafbedarf verändert und sie einfach nicht müde sind, oder zu müde, weil der Tagschlaf wegfällt und vor allem weil der Tag so spannend und anstrengend war. Vor allem auch manchmal für uns Eltern – auch unsere Reserven sind abends meist schon aufgebraucht.
Oftmals sind es aber auch Trennungsängste die (wieder) vermehrt auftauchen und das Ein- und Weiterschlafen herausfordernd machen. Auf uns Eltern wirkt es so, als wollen die Kinder nicht schlafen – als wären sie trotzig und würden sich weigern – manchmal steckt aber tatsächlich Angst dahinter. Wichtig ist, diese Angst  - alle Gefühle - ernst zu nehmen. 
Eine wichtige Entwicklungsaufgabe in der Autonomiephase ist einen Umgang mit (heftigen) Gefühlen zu üben und zu lernen - und dabei brauchen Kinder unsere Unterstützung.
Gerade weil sich in der Entwicklung auch viel tut, taucht auch der sogenannte Nachtschreck vermehrt in dieser Phase auf.
SiebenschläferTipp: Alle Gefühle gehören dazu, sind wichtig und richtig. Kleinkinder müssen den Umgang mit diesen Gefühlen, die sie oft überfluten, erst lernen – und auch wir Erwachsenen müssen erst lernen damit umzugehen wenn kleine Vulkane explodieren – denn Gefühle können ganz schön ansteckend sein! Achte auf Schlafhygiene und regelmäßige Schlaf- und Erholungszeiten für dein Kind. UND: Achte gut auf dich, um dein Kind in herausfordernden Situationen und Gefühlen gut zu begleiten. Unsere MamaErfahrung: immer gelingt uns das nicht, auch das ist vollkommen normal!
Hilfreiche Fragen:
  • Wieviel Schlaf braucht dein Kind wann? Ist dein Kind müde genug, oder vielleicht schon zu müde? Verändert sich gerade der SchlafWachRhythmus kann es hilfreich sein dort genauer hinzusehen!
  • Wie sehen eure (Einschlaf)Rituale aus? Vielleicht braucht es auch da eine Verändern! Besonders wichtig: Hat euer Ritual ein klares Ende? 
  • Was könnt ihr in eurem Tagesablauf verändern um mögliche herausfordernde Situationen zu vermeinden (z.B. Zeitpunkt des Zähneputzens, Essenszeiten...)
 
Auch wenn es „nur“ eine Phase ist, ist es wichtig, dass du auf deine Ressourcen und die Bedürfnisse deines Kindes gut achtest. Es gibt Tipps und Tricks die dich die Phase entspannter durchhalten lässt. Vor allem unsere Kinder im Umgang mit (heftigen) Gefühlen zu begleiten ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe und fordert uns und unsere Gefühle heraus. 
Wir unterstützen dich/euch gerne im Rahmen unserer Entwicklungsbegleitung!
 
(c) Siebenschläfer Kinderschlaf und mehr, März 2021
 
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