Warum wacht mein Kind so häufig auf? Und warum schläft es noch nicht durch?
Während des Schlafs kreisen wir alle, ob Groß oder Klein, durch die unterschiedlichen Stadien des Schlafs, vom Dämmerzustand über den leichten Schlaf, hinüber in die Traumphase und von dort in den tiefen Schlaf usw. Das Aufwachen in der Nacht ist somit für uns alle - auch für Kinder - ein ganz normaler Teil dieses Zyklus - Niemand schläft durch!
In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk ist ein digitalter Elternimpuls entstanden - auch mit Gebärdenspachdolemtschung. Das Video bietet einen Einblick in Baby- und Kinderschlaf.
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Die folgende Grafik zeigt wie wir schlafen. In der ersten Nachthälfte haben wir mehr Tiefschlafphasen als in der zweiten Nachthälfte - hier schlafen wir nicht mehr so tief.

Quelle: NZZ-InfoGrafik
Bei Babys dauert ein Schlafzyklus ca. 50 Minuten. Wenn Neugeborene einschlafen, sind sie zuerst in einem sehr störungsanfälligen Träum-Schlaf (REM-Schlaf), bevor sie nach ca. 20 Minuten in den Tiefschlaf rutschen. Da kann man sie dann auch leichter ablegen ohne sie zu wecken, oder sich "wegschleichen" :-). Aber Achtung, Babys haben sehr sensible Sensoren und reagieren sofort, wenn die Bindungsperson weg ist oder ihre Lage verändert wird. Das wurde von der Natur so eingerichtet, damit die Zwerge nicht alleine gelassen wurden und so auch nicht von wilden Tieren gefressen werden konnten. Dein Baby braucht deine Nähe um sich sicher und geborgen zu fühlen. Alle Babys senden uns Signale - es ist nicht immer leicht diese Signale richtig zu entschlüsseln, manchmal liegen wir auch daneben. Jedes Baby ist einzigartig, weshalb nicht alle Babys das gleiche brauchen - auch im Laufe der Entwicklung verändert sich was dein Baby braucht um gut zu schlafen.
In den ersten Monaten hat dein Baby noch keinen für uns erkennbaren Rhythmus, dies ändert sich rund um den 6. Lebensmonat. Erst wenn sich ein SchlafWachrhythmus entwickelt hat ist es wichtig, dass dein Baby regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten hat. Schlaf ist ein Entwicklungs-, Reife- und auch Lernprozess - es dauert bis Schlaf nach den gleichen Regeln funktioniert wie bei uns Erwachsenen.
Babys und Kinder träumen mehr als wir Erwachsenen. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster nennt den Träum-Schlaf auch Entwicklungsschlaf, da das Träumen wichtig für die Entwicklung ist. Babys und Kinder bewegen sich, zucken mit den Muskeln, geben Geräusche von sich, wirken aktiv. Hier verarbeiten und verknüpfen sie das am Tag gesehene und gelernte in ihrem Gehirn.
Durchschlafen bedeutet, dass das Kind die Fähigkeit hat ohne Unterstützung der Eltern mehrere Schlafzyklen miteinander zu verbinden. In der ersten Nachthälfte schlafen wir alle meist ruhiger und mit weniger Unterbrechungen. Die Tiefschlaf-Phasen überwiegen. Wenn Babys und Kinder zwischen den einzelnen Schlafzyklen wach werden kann dies viele Gründe haben: Hunger, Durst, Verdauung (auch Harndrang), Bedürfnis nach Körperkontakt und Nähe oder einfach die Rückversicherung, dass jemand da ist und sie nicht alleine sind. Nach Mitternacht beginnt die zweite Nachthälfte. Babys und Kinder träumen in dieser Zeit sehr viel, der Schlaf ist leichter, sie werden hier häufiger wach. Auch Erwachsene schlafen nicht durch, wir können uns nur häufig nicht an unsere kurzen Wachphasen erinnern.
Um die einzelnen Schlafzyklen zu verbinden, brauchen Kinder lange Zeit die Unterstützung von uns Eltern. Diese Fähigkeit entwickelt sich erst im Laufe der Entwicklung. Die Annäherung an das Durchschlafen ist ein Entwicklungs- und Reifeprozess. In dem wir Babys und Kinder begleiten Selbstregulation zu entwickeln, Entspannungsrituale gemeinsam üben können wir sie in diesem Entwicklungsschritt begleiten.
Kinder müssen nicht schlafen lernen, das können sie schon im Bauch der Mutter. Schlafen bedeutet entspannt sein. Diese Entspannung lernen die Kinder von uns Eltern.
Turbulente Tage wie auch Nächte - immer wieder - gehören zum Größer werden dazu. Aber so wie es für den Erziehungsalltag tagsüber Tricks und Tipps gibt, gibt es auch rund ums Schlafen Tipps und Tricks, die den 24h Alltag erleichtern können. Bei Fragen wende dich gerne an uns. Im Rahmen der Psychologische Kinderschlaf-Beratung unterstütze ich euch gerne und bin für euch und eure Frage und Anliegen da.